Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Coronapandemie hat ihren Schrecken noch nicht verloren, schon werden wir mit der nächsten humanitären Katastrophe – dem Krieg in der Ukraine – konfrontiert. Wie  menschenverachtend dort vorgegangen wird, können wir tagtäglich in den Nachrichten erfolgen.

Millionen Mütter mit ihren Kindern und alte Menschen sind auf der Flucht, während die Väter  und Männer im wehrfähigen Alter ihre Heimat gegen die kriegerischen Aggressoren  aufopferungsvoll verteidigen. Welche menschlichen Tragödien sich dabei abspielen, können wir nur erahnen. Wir können nur hoffen, dass sich das Kriegsgeschehen in der Ukraine nicht zum Pulverfass entwickelt und auf den Rest Europas ausweitet, wobei jetzt schon klar ist, dass auch wir die wirtschaftlichen Folgen mit voller Härte zu spüren bekommen werden. Ich sehe es dennoch als unsere humanitäre Pflicht an, diesen Menschen vorbehaltlos zu helfen.

Unsere mennonitische Brüdergemeinde in Albisheim, pflegt seit Jahren freundschaftliche Beziehungen in die Ukraine, in die Stadt und das Umland Mariupol.

Viktor Boschmann hat sich an mich als Ortsbürgermeister gewandt und schreibt hierzu:

Liebe Albisheimer!

2014 hat uns der Krieg in der Ostukraine aufgeschreckt, Jahre nach den Jugoslawien-Kriegen der 1990er kam der Krieg wieder nach Europa. Seit dieser Zeit haben wir regelmäßigen Kontakt nach Mariupol, daraus wurde eine Partnerschaft mit der Christus-Erlöser-Gemeinde (Baptistengemeinde, linkes Flussufer). Die Gemeinde ist sehr engagiert, die Predigt des Evangeliums geht immer mit praktischer Arbeit und vielfältiger ehrenamtlicher Hilfe für die Menschen im Ort einher: Armenspeisung, Kleiderspenden, Kinderzentrum, aktive Jugendarbeit.

Aus Albisheim gingen bisher Kleiderspenden, Pflegebetten, Fußbälle des TSG aber auch finanzielle Unterstützung fürs Kinderzentrum nach Mariupol. Aus Mariupol kamen immer wieder Freunde nach Albisheim und haben unsere Gottesdienste mit einem Bericht oder erfrischenden Predigt, die Jugend mit praktischem Glaubenszeugnis erbaut. Zuletzt war Pastor Pavel nur noch sehr kurz am 01.02.2022 in Albisheim vor Ort.

Die Gemeinde spendet in Mariupol täglich Trinkwasser aus dem Gemeindebrunnen und Trost aus dem Evangelium für die Nachbarschaft aus den zerstörten Hochhäusern. Das Kirchengebäude hat keine Fenster mehr, die Hochhäuser in der Nachbarschaft haben kein Wasser, keinen Strom, Menschen sind zermürbt von dauerhafter Angst und Schrecken. Es wird seit Tagen versucht, die Stadt zu verlassen, den ersten Fluchtkonvois ist es gelungen, den letzten nicht, sie bleiben in der umkämpften Stadt.

Es ist noch nicht klar, wie viele es außer Landes schaffen, aber wir möchten unseren Freunden gerne in Albisheim Gastfreundschaft und Schutz anbieten. Können Sie uns dabei unterstützen?

Es wäre gut zu wissen, welche Wohnräume im Dorf oder in der Nähe verfügbar sind, oder welche Familien flüchtende Senioren, Kinder mit Müttern usw. kurzfristig aufnehmen können.

 Herzlichen Dank!

Viktor Boschmann für die Mennoniten Brüdergemeinde Albisheim

 

Kontakte:

  • Melden Sie bitte mögliche Unterkünfte bei:
    Viktor Ens: 0173-8368671
  • Sachspenden für Betreuung der Flüchtlinge in der Ukraine:
    Irina Schütz: 0176-39218000
    Paul Ens:         0176-70160448